Nächste Veranstaltung: Das Wunder von Mals

Am Montag 3. September ist es soweit: der Film „Das Wunder von Mals“ kommt
nach Brixen! Der Filmclub Brixen zeigt in Zusammenarbeit mit der
Umweltgruppe Eisacktal – Hyla und Zigori-Media den Dokumentarfilm, der
in Südtirol zu so vielen Diskussionen geführt hat, wie nur wenige Filme
zuvor.
Um 20 Uhr im Forum Brixen (3. September 2018)
Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Alexander Schiebel und einigen
Malser Bürgerinnen und Bürgern (Moderation Markus Lobis).
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Biodiversitäts-Aktionstag in den Gampenwiesen im Naturpark Puez-Geisler

Die Aktion „Lebensraum Eisacktal 2018“ in den Gampenwiesen und am Kasserillbach in Villnöß zeigte auf, wie vielfältig die bunten Blumenwiesen im Naturpark sind. Insgesamt konnten an einem Tag über 300 Tier- und Pflanzenarten festgestellt werden. Besonders artenreich waren dabei die Magerwiesen mit bis zu 70 Pflanzenarten.

 

Für den Samstag 28. Juli organisierte die Umweltgruppe Eisacktal (Hyla) zum fünften Mal ihren Aktionstag Lebensraum Eisacktal, diesmal in Zusammenarbeit mit dem Naturparkhaus Villnöß. In den letzten Jahren wurden schon das Biotop Wasserbühel bei Lajen, die Schottergrube Platzlung, der Feldthurner Trumbichl und die Pardeller Weiden in Rodeneck untersucht. Diesmal kamen der Kasserillbach und die Gampenwiesen in Villnöß an die Reihe. Beim Aktionstag “Lebensraum Eisacktal” soll auf den naturkundlichen und ökologischen Wert eines bestimmten Gebietes aufmerksam gemacht werden. Gleichzeitig geht es darum, wichtige Daten für den Naturschutz und für die Wissenschaft zu sammeln. Als Vorbild für die Aktion dient der Tag der Artenvielfalt, der jedes Jahr vom Naturmuseum Südtirol organisiert wird.

Um 8:30 Uhr traf sich die kleine Expertengruppe im Naturparkhaus in St. Magdalena, wo die Naturparkhausleiterin Barbara Brugger mit Kaffee und Gipfelen aufwartete. Danach ging es ins Untersuchungsgebiet, welches nach Gefäßpflanzen, Schmetterlingen, Heuschrecken, Spinnen und Käfern abgesucht wurde. Begleitet wurden sie immer wieder von interessierten Wanderern, die den Experten über die Schultern schauten. Nach einem intensiven Erhebungstag fand die Veranstaltung beim Gasthaus Kabis in St. Peter ihren Ausklang. Hier wurden die Ergebnisse des Tages unter Anwesenheit des Villnösser Bürgermeisters Peter Pernthaler präsentiert.

Begeisterung fanden vor allem die wunderschönen Bergwiesen, die andernorts vielfach schon gedüngten Fettwiesen weichen mussten. „Es ist der Pflege der Villnösser Bauern zu verdanken, dass sich Gäste wie Einheimische dieser Blütenpracht erfreuen können“ kommentierte der Vorsitzende der Umweltgruppe, Andreas Hilpold. Für den Erhalt der verbliebenen Magerwiesen ist es wichtig, dass sie nur wenig gedüngt werden und die Mahd relativ spät erfolgt.

Ergebnisse im Detail

Der Naturpark Puez-Geisler beeindruckt durch seine Kombination aus vom Menschen geschaffenen Lebensräumen und einer wilden, noch kaum vom Menschen veränderten Naturlandschaft.

Insgesamt konnten die Experten 235 Pflanzenarten feststellen. Viele interessante Arten fanden sich in den Schotterflächen des Kasserill-Baches. Die kleinen Feuchtwiesen hingegen beherbergen eine Reihe von unscheinbaren Sauergräsern, unter ihnen auch einige in Südtirol seltene und gefährdete Arten. Besonders erfreut waren die Botanik-Experten vom Fund der Draht-Segge, welche bislang aus Villnöß noch nicht bekannt war. Besonders die verschiedenen Typen von Wiesen bieten einer Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten ein Habitat. So fanden sich in einer einzigen Magerwiese ganze 70 verschiedene Pflanzenarten, also fast ein Drittel aller an diesem Tag gefundenen Arten – von der Schwefelgelben Anemone bis zu Scheuchzer’s Glockenblume.

Insgesamt fanden die Experten fünf Heuschreckenarten, darunter in den Weiden am Kasserillbach auch den laut schnarrenden Bunten Heidegrashüpfer, eine Art die nur an sehr sonnigen, trockenen Berghängen vorkommt. In den Wiesen nahe der Gampenalm kommt die sehr seltene Nadig-Alpenschrecke vor (Foto). Die Langfühlerschrecke ist ein Endemit der Ostalpen, sie kommt weltweit nur an wenigen Orten im Hochpustertal und in den Naturparks Puez-Geisler und Schlern-Rosengarten vor.

Die genaue Artenzahl der Käfer kann hingegen erst nach einer detaillierten Bestimmung von Belegen mitgeteilt werden. Der Käferexperte Georg v. Mörl rechnet aber mit etwa fünfzig Arten. Eine Besonderheit konnte hier ebenfalls gesichtet werden: der alpine Mistkäfer Trypocorpis alpinus gehört zu den ganz seltenen Arten Südtirols. Etwa dreißig Arten von Spinnen fand hingegen der Spinnenexperte Simone Ballini. Highlight des Tages war eine knapp vier Zentimeter große Wolfsspinne, die allerdings noch genauer bestimmt werden muss. Beeindruckend auch die Vielfalt an Schmetterlingen, welche die Gampenwiesen bevölkerten. Darunter fielen auch die zahlreichen Würfelfalter auf, welche gute Indikatorarten für noch intakte Lebensräume sind. Größere Tiere wurden nur nebenbei notiert. Trotzdem konnten an der Südseite der Aferer Geisler Steinadler und Gämsen gesichtet werden.

Insgesamt zeigten sich die Experten sehr erfreut über die interessanten Funde und über einen rundum gelungenen Tag.

 

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nächste Veranstaltung: Stammtisch Auwald Industriezone

aus aktuellem Anlass treffen wir uns am 26. Juni 2018 nun doch noch zu
einem Stammtisch.
In der Brixner Industriezone soll das letzte verbliebene Auwaldstück
verkleinert werden bzw. über kurz oder lang ganz verschwinden. Die
Umweltgruppe Hyla spricht sich dezidiert gegen eine solche Verkleinerung
aus. Beim Stammtisch am Dienstag wollen wir die aktuelle Situation
diskutieren und überlegen, wie wir weiter vorgehen können. Alle
Interessierten sind natürlich herzlich eingeladen!
Wir treffen uns am Dienstag, 26.Juni2018, um 20:00 im 3fiori.
Einige von uns werden auch schon etwas früher vor Ort sein.
Wir freuen uns auf euer Kommen!
Hier unser offener Brief:
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nächste Veranstaltung: Vortrag Glyphosat

gemeinsam mit mehreren Bürgerlisten und mit dem Dachverband für Natur-
und Umweltschutz ist es uns gelungen einen namhaften Wissenschaftler und
Buchautor für einen Vortrag nach Brixen zu bringen. Helmut
Burtscher-Schaden ist Autor des Buches „die Akte Glyphosat“. Darin
beschreibt er unter anderem wie die Zulassungsverfahren zum vermutlich
krebserregenden Herbizid, das gemeinhin unter dem Namen „RoundUp“
bekannt ist, vor sich gingen.
Der Vortrag findet am 13. Juni, 20:00 in der Cusanus Akademie statt.
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nächste Veranstaltungen: Stammtisch

Am Mittwoch 4. April findet unser nächster Stammtisch statt: Thema Verkehr!
mit Verkehrsexperte Heinz Dellago.

 

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Lebensraum Eisacktal, Pardeller Weiden in Rodeneck

Pardell-Weiden_sml_Foto_Katherina_DamischDie Pardeller Weiden in Rodeneck – wertvolles Mosaik aus Trocken- und Feuchtflächen

Die Aktion „Lebensraum Eisacktal 2017“ fand heuer in den Pardeller Weiden in Rodeneck statt. Insgesamt konnten an einem Tag über 250 Tier-, Pflanzen und Pilzarten festgestellt werden. Unter anderem gelang der Fund der Moorbinse und der Schwertschrecke.

Am Samstag 29. Juli organisierte die Umweltgruppe Eisacktal (Hyla) unter der Leitung von Andreas Hilpold und Stefan Gasser zum vierten Mal ihren Aktionstag Lebensraum Eisacktal. Nachdem in den letzten Jahren das Biotop Wasserbühel bei Lajen die Schottergrube Platzlung und der Trumbichl bei Feldthurns im Mittelpunkt des Interesses standen, widmeten sich die Expertinnen und Experten heuer den Pardeller Weiden in Rodeneck. Beim Aktionstag “Lebensraum Eisacktal” soll auf den naturkundlichen und ökologischen Wert eines bestimmten Gebietes aufmerksam machen. Gleichzeitig geht es darum, wichtige Daten für den Naturschutz und für die Wissenschaft zu sammeln. Als Vorbild für die Aktion dient der Tag der Artenvielfalt, der jedes Jahr vom Naturmuseum Südtirol organisiert wird.

Um 9 Uhr früh machten sich sieben Expertinnen und Experten aus Süd- und Nordtirol auf, um das Weidegebiet nach Tieren und Pflanzen abzusuchen. Dabei gab es Spezialisten für Gefäßpflanzen, Pilze, Schmetterlinge, Heuschrecken, Wanzen und Käfer. Nach einem intensiven Erhebungstag fand die Veranstaltung beim Gasthaus Rosenheim in Nauders ihren Ausklang. Bei Kaffee und Eis berichteten die einzelnen Experten über die jeweiligen Highlights.

Größere Gemeinschaftsweiden, also Allmenden, sind im Eisacktal eine prägende Landschaftsstruktur in vielen Dörfern. Besonders ausgedehnt ist etwa die „Gemoande“ in Latzfons. Meistens handelt es sich um Gebiete mit flachgründigen, trockenen oder sumpfigen Böden die für eine Wiesennutzung oder für den Getreideanbau nicht geeignet waren. Solche Speziallebensräume – Trocken- und Felsrasen und Niedermoore sind aber für die Natur von großem Wert, geben sie doch einer Reihe von spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Wichtig für den Erhalt solcher Weiden ist, dass sie von genügend Weidetieren bestoßen werden, sprich dass die traditionelle, bäuerliche Nutzung nicht aufgegeben wird. Ansonsten drohen sie schon bald zu verstrauchen. Ideal ist dabei auch eine Beweidung durch Schafe und Ziegen, weil diese auch Gehölze abfressen.

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Die Pardeller Weiden (Foto: Katherina Damisch)

Ergebnisse im Detail

Besonders artenreich war die Gruppe der Gefäßpflanzen: es fanden sich etwa 200 Gefäßpflanzenartenn. Sehr selten und südtirolweit stark gefährdet ist dabei die Moorbinse (Bild), ein kleines Sauergras das leicht übersehen wird. Im Eisacktal ist dies der aktuell zweite bekannte Standort. In ganz Südtirol gibt es maximal ein dutzend Funde. Die Moorbinse braucht schlammige Bachufer zum Gedeihen. Eine Reihe weiterer besonderer Pflanzenarten ist ebenfalls auf Feuchtlebensräume angewiesen, so etwa die Rostrote Kopfbinse oder der dunkelblau blühende Teufelsabbiss. Auf den trockenen Flächen wachsen hingegen noch Osterglocke und Tausendgüldenkraut.

Moorbinse_Rodeneck_Foto_Katherina_Damisch Moorbinse (Foto: Stefan Gasser)

Teufelsabbiss_Foto_Thomas_Wilhalm_Archiv Teufelsabbiss (Foto: Thomas Wilhalm, Archivbild)

In den Waldinseln und im angrenzenden Föhrenwald gediehen 11 verschiedene Pilzarten, darunter einige gute Speisepilze.

Besonders geeignet sind solch offene Standorte für Heuschrecken: Neben der Gottesanbeterin, und der Kurzflügeligen Beißschrecke fand sich auch ein besonderes Highlight: die Schwertschrecke. Es ist dies eine Art die nur in Flachmooren und Schilfflächen vorkommt und daher eine sehr lückige Verbreitung in Südtirol aufweist und auch auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten aufscheint.

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Schwertschrecke (Foto: Stefan Gasser)

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Zartschrecke (Foto: Stefan Gasser)

Eine Reihe von Schmetterlingsarten bevölkerte zudem die Weiden, unter anderem das Esparsetten-Widderchen und der Wachtelweizen-Scheckenfalter. Erhoben wurden auch die Käfer und Spinnen. Diese müssen großteils aber unter dem Mikroskop bestimmt werden. Fünfzig verschiedene Arten werden aber von Spezialisten auf jeden Fall erwartet. Vögel wurden zwar nicht speziell erhoben, trotzdem konnte der Neuntöter gesichtet werden. Gerade für den Neuntöter sind offene Landschaften mit Dornsträuchern wichtig. Hier kann er gut nach Mäusen jagen.

Insgesamt waren die Experten begeistert vom Standort und vom grandiosen Panorama im Gebiet – viele von ihnen werden den Pardeller Weiden wohl einen weiteren Besuch abstatten.
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Vollversammlung mit Neuwahl bei Hyla

PRESSEMITTEILUNG

Am 10. Februar fand im Realgymnasium Brixen die Jahresvollversammlung der Umweltgruppe Eisacktal – Hyla statt. Es war dies die dritte nach der Gründungsversammlung im Frühjahr 2014. Bei den Neuwahlen wurden sechs Mitglieder in den Vorstand gewählt. Es sind dies Monika Lintner, Hannes Markart, Georg v. Mörl, Manuel Pramsohler, Andreas Hilpold, allesamt in Brixen wohnhaft und Martin Prader aus Klausen. Den Vorsitz übernahm wiederum Andreas Hilpold. Nicht mehr im Vorstand vertreten sind Stefan Gasser, Nils Bertol und Peter Sader. Höhepunkt der Vollversammlung war der Foto-Vortrag vom bekannten Feldthurner Naturfotografen Georg Kantioler, der Natur und Bergwelt des Eisacktales und der Dolomiten in großartigen Bildern zeigte.

In den ersten drei Jahren ihres Bestehens organisierte die Umweltgruppe zahlreiche Exkursionen, Aktionstage und Stammtische. Sie beteiligte sich an verschiedenen Veranstaltungen, etwa dem Zugluft- und dem Lern- und Spielefest in Neustift. Das zentrale Motto der Umweltgruppe ist es, für die Schönheiten der Natur zu sensibilisieren und naturkundliches Wissen zu vermitteln. Gleichzeitig wurden Mitglieder in verschiedene Kommissionen entsandt, allen voran in einigen Bau- und Umweltkommissionen des Eisacktales.

Als jährliche Highlights des Jahres kristallisierten sich zwei Aktionstage heraus: der Familien-Aktionstag, bei dem besonders die Tierwelt eines Gewässers für Kinder und Erwachsene erlebbar und beobachtbar gemacht wird, sowie der „Lebensraum Eisacktal“ bei dem ein interessantes Gebiet von Experten naturkundlich erhoben wird und die Besonderheiten der Bevölkerung direkt und medial präsentiert werden.

Auch für heuer sind wieder eine Reihe von Veranstaltungen geplant, etwa ein gemeinsamer Radausflug mit der Pusterer Gruppe Naturtreff Eisvogel, eine botanische Exkursion auf die Villanderer Alm und eine Insektenexkursion in Lüsen. Alle Details über die Gruppe und zum heurigen Veranstaltungsprogramm sind auf der Homepage des Vereines umweltgruppeeisacktal.wordpress.com zu finden.

Vorstand_2017_sml

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